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Da das Ungeborene über die Nabelschnur
versorgt wird, ist eine ausgewogene Ernährung jetzt besonders wichtig.
Auch wenn der Appetit von Monat zu Monat wächst, brauchen
Sie entgegen der landläufigen Meinung nicht für zwei zu essen.
Denn im Unterschied zu Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen
ist der Mehrbedarf an Energie eher gering. Erst ab
dem vierten Schwangerschaftsmonat
benötigt die werdende
Mutter zwischen 250 und 400
Kilokalorien mehr pro Tag.
Bis zum Ende der Schwangerschaft sollten Sie zwischen 10 und 15
Kilogramm zugenommen haben. Bei Frauen, die vorher sehr dünn waren, darf
es ruhig etwas mehr sein. Um eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung
des Kindes zu gewährleisten und Wachstumsstörungen zu vermeiden, sollte
die Gewichtszunahme nicht weniger als 8 Kilogramm betragen. Kurz vor der
Geburt wiegen das Kind und die Plazenta etwa 5 Kilogramm, die restlichen
5 bis 11 Kilogramm verteilen sich auf Fruchtwasser, erhöhtes Blutvolumen
und Körperflüssigkeit, Fettreserven sowie neu gebildetes Brustgewebe.
- Vermeiden Sie unbedingt eine Abnahme während der Schwangerschaft.
Das schadet Ihrer Gesundheit und der Ihres Kindes!
Eine ausgewogene und vollwertige Mischkost deckt den Nährstoffbedarf
einer Schwangeren am besten ab. Um den Körper
nicht unnötig zu belasten, sollten Sie fünf kleine statt drei große
Mahlzeiten zu sich nehmen. Achten Sie darauf, zwei bis drei
Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken
und das richtige Fett auszuwählen –
versteckte Fette in Schokolade,
Wurst, Käse oder Chips liefern lediglich
überflüssige Kalorien, wohingegen
mehrfach ungesättigte Fettsäuren
in Meeresfischen oder hochwertigen
Ölen lebensnotwendig sind, da sie
eine wichtige Rolle im Stoffwechselgeschehen
spielen.
Eine schwangere Frau
hat nur einen geringfügig erhöhten Bedarf an Kohlenhydraten. Vermeiden
Sie leere Kohlenhydrate, die in Weißbrot, Süßigkeiten oder Kuchen stecken,
und greifen Sie stattdessen zu Vollkornprodukten, Kartoffeln, Obst und
Gemüse. Die darin enthaltenen Ballaststoffe bringen den mit fortschreitender
Schwangerschaft träger werdenden Darm auf Trab.
Ab
dem 4. Schwangerschaftsmonat steigt der Eiweißbedarf je nach Körpergewicht
von etwa 48 Gramm auf 58 Gramm pro Tag. Eiweiß wird für den Aufbau von
Zähnen, Knochen, Muskeln und Bindegewebe benötigt. Gute Eiweißlieferanten
sind Eier, Milchprodukte, Fleisch und Geflügel. Mindestens die Hälfte
sollte aus pflanzlichen Lebensmitteln stammen, der Rest aus mageren
tierischen Produkten.
-
Da sich die Knochen des Babys bereits zwischen der 4. und 6.
Schwangerschaftswoche bilden, ist es wichtig, von Anfang an
genügend Kalzium zu sich zu nehmen. Eine Schwangere
benötigt wie alle Frauen etwa
1000 Milligramm Kalzium pro
Tag. In Milchprodukten, Hülsenfrüchten,
Brokkoli und
Sojaprodukten ist besonders
viel Kalzium enthalten.
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Eisen ist für die Bildung der
roten Blutkörperchen zuständig,
die das Kind mit
Sauerstoff versorgen. Da auch
die Schwangere durch die
höhere Blutmenge mehr
Eisen braucht, sollte die tägliche
Eisenzufuhr verdoppelt
werden. Besonders viel Eisen
steckt in grünem Gemüse
(z. B. Brokkoli, Spinat, Grünkohl),
Roter Bete, Hülsenfrüchten,
Fleisch und Nüssen.
Eisen wird vom Körper
besser aufgenommen, wenn
Sie gleichzeitig Vitamin C zu sich nehmen. Trinken Sie zum
Essen einfach ein Glas frisch gepressten Orangensaft.
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Deutschland zählt zu den Jodmangelgebieten. Die tägliche
Jodzufuhr beträgt nur ein Drittel der empfohlenen Menge –
Schwangere brauchen jedoch noch einmal 15 Prozent mehr.
Beim Ungeborenen kann Jodmangel zu geistigen und körperlichen
Entwicklungsstörungen führen. Deshalb empfiehlt es sich, zwei Mal pro Woche Seefisch zu essen und jodhaltiges
Speisesalz zu verwenden.
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Zink ist an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt und wichtiger
Bestandteil von Enzymen und Hormonen. Durch eine unzureichende
Zinkaufnahme kann z. B. die Produktion von
Fortpflanzungs- und Wachstumshormonen eingeschränkt sein.
Zink ist in Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten
enthalten.
-
Für Stoffwechsel, Lungenentwicklung,
Knochenaufbau
und Blutbildung sind auch die
Vitamine A, B, C, D und E
verantwortlich.
-
Folsäure ist für das Zellwachstum,
die Entwicklung der
Organe und das zentrale
Nervensystem bedeutsam.
Folsäuremangel kann beim
Kind schwerste Schäden hervorrufen.
Die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung empfiehlt,
0,4 Milligramm Folsäure
als Vitaminpräparat zusätzlich
zur normalen Ernährung aufzunehmen.
Und das am
besten schon einige Monate vor der Schwangerschaft, da der
Verschluss des Neuralrohres bereits in der 6. bis 8. Woche
abgeschlossen ist. Besonders reich an Folsäure sind Weizenkeime,
Kohl, Hülsenfrüchte, Feldsalat, Spinat, Orangen, Weintrauben,
Brokkoli, Reis und Fleisch.
Ernähren Sie sich während der Schwangerschaft so abwechslungsreich
wie möglich. Fünf Portionen Obst und Gemüse pro
Tag sind jetzt Pflicht. Vitamin- und Mineralstoffpräparate sollten
Sie nur nach vorheriger Absprache mit Ihrem Arzt einnehmen.
| Vitamin |
normaler
Tagesbedarf* |
Bedarf in
der
Schwangerschaft |
|
| Vitamin A |
0,8 mg RetinolÄquivalente** |
1,1 mg RetinolÄquivalente**
(erst ab dem 4. Monat!) |
| Vitamin D |
5 µg |
5 µg |
| Vitamin E |
12 mg |
13 mg |
| Thiamin |
1 mg |
1,2 mg |
| Riboflavin |
1,2 mg |
1,5 mg |
| Vitamin B 6 |
1,2 mg |
1,9 mg |
| Vitamin B 12 |
3 µg |
3,5 µg |
| Vitamin C |
100 mg |
110 mg |
| Niacin |
13 mg |
15 mg |
| Folsäure |
400 µg*** |
600 µg*** (vor der
Schwangerschaft und
bis zum 3. Monat) |
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Mineralstoff/
Spurenelement |
normaler
Tagesbedarf* |
Bedarf in der
Schwangerschaft |
|
| Kalzium |
1 000 mg |
1 000 mg |
| Magnesium |
300 mg |
310 mg |
| Eisen |
15 mg |
30 mg |
| Jod |
200 µg |
230 µg |
µg = Mikrogramm = 0,001 mg
* gilt für Frauen zwischen 25 und 50 Jahren
** 1 mg Retinol-Äquivalent entspricht 1 mg Vitamin A oder 6 mg ß-Carotin
*** diese Angaben gelten für Nahrungsfolat
1 µg Folat-Äquivalent = 1 µg Nahrungsfolat = 0,5 µg synthetische Folsäure
Quelle: D-A-CH-Referenzwerte |
- Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf rohes oder
nur halb durchgebratenes Fleisch, rohe Eier, rohen Fisch
(Sushi) und unpasteurisierte Milch (auch Rohmilchprodukte
wie Weichkäse). Diese
Lebensmittel können
Krankheitserreger wie
Toxoplasmen und Listerien
enthalten.
- Streichen Sie auch Innereien
von Ihrem Speiseplan.
Leber und Co. enthalten
zwar viel wertvolles Eisen,
aber auch zu viele Giftstoffe,
und können bei
regelmäßigem Verzehr zu
einer Überdosierung von
Vitamin A führen.
- Trinken Sie nicht mehr als
drei Tassen Kaffee oder
schwarzen Tee pro Tag,
da Koffein und Tein die
Nährstoffaufnahme bremsen
und das Risiko einer
Fehlgeburt erhöhen. Gute Alternativen sind Getreidekaffee,
Früchte- und Kräutertee sowie Roiboshtee.
- Vermeiden Sie Gewürze wie Kardamom, Zimt und Nelken, die
wehenfördernd wirken. Vorsicht bei Weihnachtsgebäck und
orientalischen Gerichten.
- Auch Chinin kann Wehen einleiten, deshalb sollten Sie keine
chininhaltigen Getränke wie Tonic Water zu sich nehmen.
- Finger weg vom Alkohol! Wissenschaftler und Ärzte warnen
heute auch vor dem „Gläschen in Ehren“, das man Schwangeren
vor einigen Jahren noch gestattete. Alkohol ist ein
gefährliches Zellgift, das beim Kind Nerven und Muskeln
schädigt.
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