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Die Schwangerschaftsvorsorge umfasst eine Vielzahl von Untersuchungen, die dazu dienen, den allgemeinen Gesundheitszustand der Schwangeren zu überwachen sowie Risiken für Mutter und Kind rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Deshalb sollten Sie die Vorsorgeleistungen, deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, auch dann wahrnehmen, wenn Sie sich gesund fühlen. Die Vorsorge beginnt mit der Feststellung der Schwangerschaft und endet mit einer Untersuchung der Wöchnerin. Bei einem normalen Verlauf der Schwangerschaft sind zwölf Vorsorgetermine vorgesehen – bei einer Risikoschwangerschaft kommen weitere Untersuchungstermine hinzu. Der Mutterpass
Der erste Gesundheits-Check „Herzlichen Glückwunsch – Sie sind schwanger!“ Die erste ausführliche Untersuchung nach Feststellung der Schwangerschaft sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Neben der Eigen- und Familienanamnese (Krankheiten, Operationen, frühere Entbindungen, Fehlgeburten) umfasst diese Untersuchung auch allgemeine und gynäkologische Tests. Weiterhin werden Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse und der voraussichtliche Geburtstermin werden in den Mutterpass eingetragen. Der behandelnde Arzt prüft, inwieweit zusätzliche Untersuchungen notwendig sind. Pränatale Diagnoseverfahren Durch den medizinischen Fortschritt gibt es heute eine Vielzahl verschiedener Methoden, um eine Erkrankung des Ungeborenen auszuschließen. Diese Untersuchungen werden als pränatale (vorgeburtliche) Diagnostik bezeichnet. Verläuft die Schwangerschaft normal, werden alle vier Wochen gynäkologische Checks durchgeführt – in den letzten beiden Monaten vor der Geburt sollten Sie Ihren Frauenarzt sogar alle zwei Wochen aufsuchen. Dabei werden Blutdruck und Gewicht kontrolliert, laborärztliche Tests durchgeführt sowie Herztöne und Lage des Kindes geprüft. Laut Mutterschaftsrichtlinie sind zudem drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Dies ist für die künftigen Eltern meist ein besonderes Erlebnis, da die Aufnahmen bereits sehr früh den Embryo und das schlagende Herz erkennen lassen. So können sie sich vom Wohlbefinden und Wachstum des Kindes überzeugen und schon vor der Geburt eine intensive Bindung zum Kind aufbauen.
Ultraschall (Sonographie)
* SSW = Schwangerschaftswoche Nur bei einem auffallenden Befund oder einer Risikoschwangerschaft schließen sich weitere Untersuchungen an, die von den Krankenkassen übernommen werden. Wenn die Tests auf Ihren Wunsch hin durchgeführt werden, weil Sie sicher sein möchten, dass Ihr Kind gesund ist, müssen Sie diese selbst zahlen. Lassen Sie sich vorher von Ihrem Arzt über Risiken und Aussagekraft der Diagnoseverfahren informieren.
Bevor Sie eine dieser Untersuchungen vornehmen lassen, sollten Sie und Ihr Partner darüber sprechen, welche Konsequenzen ein auffälliger Befund für Sie mit sich bringt. Denn nicht immer weisen die Ergebnisse darauf hin, wie schwerwiegend eine Erkrankung oder Behinderung sein wird. Die Entscheidung für oder gegen das Kind kann Ihnen auch die Pränataldiagnostik nicht abnehmen. Untersuchungen bei Risikoschwangerschaften Ein erhöhtes Risiko für eine Fehlbildung des Kindes liegt in folgenden Fällen vor:
Trisomie
21 (Down-Syndrom)
Diese Form der Chromosomenstörung tritt bei älteren Schwangeren deutlich häufiger auf als bei jüngeren. Bei einer 20-Jährigen liegt das Risiko bei 1:1526, bei einer 34-Jährigen bei 1:445 und bei einer 40-Jährigen bei 1:96. Treffen einer oder mehrere dieser Faktoren zu, spricht man von einer Risikoschwangerschaft. Je nach Art des Risikos wird nun entweder eine konkrete Behandlung eingeleitet oder es erfolgen zusätzliche Untersuchungen wie die Dopplersonographie (bei gestörtem Wachstum des Kindes) oder eine Fruchtwasseruntersuchung. Eine engmaschigere Betreuung erhält die Schwangere auf jeden Fall. Liegt bei Ihnen eine Risikoschwangerschaft vor, sollten Sie sich dennoch nicht unnötig verunsichern lassen. Zwar steigt die Zahl der Risikoschwangerschaften seit Jahren kontinuierlich an, doch das hängt stark mit dem zunehmenden Alter der werdenden Mütter zusammen. Jede fünfte Frau ist heute bei der Geburt ihres Kindes älter als 35. Dennoch kommen 95 Prozent aller in Deutschland geborenen Kinder gesund zur Welt. |
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